Radfahren ist vielen Traunsteinern wichtig – Eindrücke von der Bürgerwerkstatt

Am Montag 27. Juni 2015 fand die 1. Bürgerwerkstatt zum  „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (kurz ISEK) statt.

Der Einladung der Stadt Traunstein waren soviele Bürger gefolgt, dass der große Saal im Rathaus bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Die Veranstaltung wurde von dem Planungsbüro für Städtebau geleitet, das auch das ISEK für Traunstein erarbeiten wird. Mit einem ISEK werden die städtebaulichen Leitlinien für die nächsten Jahr und Jahrzehnte festgelegt.

Zuerst gab es eine Präsentation zur geschichtlichen Entwicklung der Stadt. Danach wurde an Hand von zahlreichen Fotos die aktuelle Situation der Stadt aus städtebaulicher Sicht dargestellt. Mit allen Stärken (schöne Plätze, Traunufer, historische Gebäude..) und Schwächen (hässliche Verkehrsadern, Leerstände, Gebäude in heruntergekommenen Zustand… ).

Vortrag zum aktuellen städtebaulichen Situation in Traunstein

Vortrag zum aktuellen städtebaulichen Situation in Traunstein

Der zweite Vortrag stellte die Situation von Handel und Gewerbe in der Stadt vor. Traunstein hat ein relativ hohe Kaufkraft und zieht als Regionalzentrum auch viele Kunden aus der Umgebung an. Sehr positiv viel dabei auf, dass in Traunstein Supermärkte gleichmäßig über die Stadt verteilt sind und somit für jeden Bürger im Umkreis von 500m ein Versorgung mit Lebensmittel möglich ist. Das ermöglicht den Einkauf auch zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Anders sieht es im Ortsteil Kammer aus, wo aktuell kein Laden mehr vorhanden ist. Ein Wegfall von wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten führt dabei auch immer zu einem verstärkten Autoverkehr.

Im Anschluss waren die Bürger gefragt. An großen Pinnwänden konnte jeder Bürger drei Karten mit seinen wichtigsten Anliegen anbringen. Es standen fünf Themengebiete zur Auswahl:

  • Wohnstandort
  • Stadtbild
  • Freizeit und Kulturstandort
  • Gewerbe Wirtschaft
  • Tourismus

Trotz großem Gedränge konnte jeder Teilnehmer die Punkte platzieren die ihm persönlich besonders am Herzen lagen.

Was mich persönlich sehr überrascht und gefreut hat: das Thema Radverkehr und Verkehrsberuhigung wurde sehr häufig angebracht. Und das über alle fünf Themengebiete hinweg.  Hier einige Beispiele:

sicheres und durchgehendes Fahrradnetz -- Stadtplatz autofrei -- 30km Zonen ausweiten -- Fahrradwege in der Stadt -- Radfahrstreifen durchgehend und gegen Einbahnstraßen -- mehr Radwege, weniger Autos -- Radverkehrskonzept -- Fahrradverleih -- durchgängiger Radweg alte B304 von Nord nach Süd -- Radfahrer haben es nicht leicht -- Radweg Kammer-Otting -- Radwege erweitern ausbauen, Parkplätze?  -- Fahrradwege um Bahnhof -- sicherer Radfahren (vor allem mit Kindern)

Eine Verbesserung der Situation für Radfahrer scheint nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Traunsteiner sehr wichtig zu sein. Ich hoffe, dass die Stadt nun im Zug von ISEK die Wichtigkeit und Dringlichkeit diese Themas erkennt und anpackt.

Alles in allem war die Veranstaltung sehr interessant und kurzweilig. Dies lag auch an der professionellen Moderation durch die Mitarbeiter des Planungsbüro.

In den nächsten Monaten werden weitere Veranstaltungen im Rahmen des ISEKs stattfinden. Auch werden die Ergebnisse und Dokumentationen noch auf der Homepage der Stadt veröffentlicht werden.

Thema Stadtbild

Thema Stadtbild

Tourismus

Thema Tourismus

P.S. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass nicht nur der Radverkehr ein Topthema auf den Pinnwänden war.  Der Ortsteil Kammer ist vermutlich noch häufiger auf den Karten aufgetaucht. Aus Kammer waren sehr viele Teilnehmer anwesend, wie sich bei einer Abfrage durch den Moderator herausstellt.  Themen waren dabei der fehlende Dorfladen, die Busanbindung, die weitere Entwicklung der dortigen Schule und viele mehr.

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