Mit dem Radl auf der Wasserburgerstraße

Fast 80Mio. Euro hat die Umgehungsstraße um Traunstein die vor knapp 2 Jahren fertig gestellt wurde gekostet. (Chiemgau24). Sehr viel Geld.

Quelle: Open Street Map

Quelle: Open Street Map : Gelb: neue Umgehungsstraße, Roter Pfeil: dokumentierte Strecke

 

Umgehungsstraßen werden gebaut, damit Städte vom Durchgangsverkehr entlastet werden und dadurch das Leben in der Stadt angenehmer wird. Mal sehen wie die Situation für Radfahrer an der ehemaligen Durchgangsstrecke heute ist.

Ich fahre das erste Teilstück von der Stadtgrenze in Richtung Stadtmitte auf der Wasserburger Straße. Siehe roter Pfeil. Diese Strecke wird von vielen Radfahrern genutzt, die aus der Stadt Traunreut nach Traunstein mit dem Rad fahren. Umgehen lässt sich diese Strecke für viele Radfahrer nur sehr schlecht.

Ich komme aus dem Wald auf Höhe des Friedhofs und müsste nun eigentlich die Straße überqueren.

Einmündung bei  Friedhof

Einmündung bei Friedhof

Dumm nur, dass hier immer sehr viel Verkehr fließt, der häufig zu schnell unterwegs ist.  So einfach ist es nicht die Straßenseite zu wechseln und deshalb fahren viele Radfahrer erst einmal auf der falschen Seite weiter. Es kommt dann noch eine Verkehrsinsel, bei der man sein Glück nochmal versuchen kann.
Aber auch  an der Verkehrsinsel kommt man nicht gut über die Straße. Die Insel ist zu schmal für ein Rad und man endet direkt im Abbiegebereich der Kreuzung.

Hier kommt man auch nicht rüber

Hier kommt man auch nicht rüber

 

 

 

 

Also fahren die meisten Radfahrer auf der falschen Seite  weiter,  wie auch auf dem Foto. Auch hier kommt man nicht gut über die Straße hinüber, denn zusätzlich zu den beiden Fahrspuren und einer Abbiegespur gibt es auch noch eine „Beschleunigungsstreifen“ für die Abbieger aus der Kotzinger Straße. (im Bild ganz rechts.)

Ich habe die trotzdem die Seite gewechselt und werde dann gleich auf den Gehweg gezwungen.

Benutzungspflichtiger Rad und Fussweg

Benutzungspflichtiger Rad und Fussweg

Das blaue Schild bedeutet, hier muss ich auf der Geh- und Radweg fahren. Immerhin ist der Gehweg relativ breit und meisten frei von Fussgängern.

Auf Höhe der Straße aus dem Gewerbepark muss ich an einer Ampel ein gefühlte Ewigkeit lange warten.

An der Einmündung zum Gewerbegebiet

An der Einmündung zum Gewerbegebiet

Unterdessen fährt der Verkehr auf der Straße fröhlich weiter. Wäre ich doch auf der Straße geblieben.

Es geht weiter auf dem Rad/Fussweg. An der Ecke zu Eugen-Rosner-Straße komme ich jetzt in ein Dilemma.

Ende der Benutzungspflicht

Ende der Benutzungspflicht

 

 

Plötzlich ist die Radwegpflicht aufgehoben. (Blaues Fussgänger-Schild mit Fahrrad Frei). Ich dürfte wieder auf der Straße fahren. Nur wie soll ich mich hier in den fließenden Verkehr einreihen.

Also weiter auf dem Gehweg. Um die Ecke, schön langsam, weil sehr unübersichtlich und eng.

Viel zu eng zum radeln

Viel zu eng zum radeln

Und wieder heißt es warten an der Ampel. Auf der Straße wäre ich inzwischen wahrscheinlich schon in der Stadtmitte.

Wasserburger 7

 

Und wie soll es denn jetzt weitergehen? Vermutlich bei Grün über den Fussgängerüberweg und dann nach links über den Bushalteplatz. Auf dem Gehweg ist Radfahren verboten.

Am Ende des Bushalteplatzes fängt, dann tatsächlich wieder ein Radfahrstreifen an.

Beginn des Radstreifens

Beginn des Radstreifens

Diesem folge ich. Auf Höhe des Fahrradladen Schneider endet der Radstreifen schon wieder.

Ende des Radstreifens

Ende des Radstreifens

Grund ist eine Fussgängerinsel.  Wegen dieser Insel verengt sich die Fahrbahn soweit, dass für den Radstreifen kein Platz mehr ist. Hier kann es dann richtig brenzlig werden, wenn ein überholender Fahrzeugführer den Abstand zur Insel unterschätzt.

Das war es dann mit Fahrradstreifen. An der Straße entlang geht es dann weiter bis zur Bahnunterführung.

Man sieht also die Situation hat sich seit der Eröffnung der Umgehungsstraße nicht verbessert. Es mögen zwar weniger Lastwagen unterwegs sein, aber ein schnelles und sicheres Vorankommen ist für Fahrradfahrer immer noch nicht möglich. Es ist sehr schade, dass sehr viel Steuergeld in den Bau der Umgehungsstraße geflossen sind, in der Stadt selbst bisher nichts verbessert wurde.

Vorschläge:

  • eine vernünftige Lösung zum Überqueren der Straße beim Friedhof.
  • Entfernen des „Beschleunigungsstreifens“ an der Einmündung der Kotziger Straße. Dort wäre dann ja Platz für einen breiten Radstreifen.
  • Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht entlang des Gewerbegebietes. Für die Radfahrer ist die Straße hier auch nicht gefährlicher als im weiteren Verlauf. Und das Ende des Radweges an der Eugen-Rosner macht die Situation noch gefährlicher, als wenn man gleich auf der Straße fahren würde. Alternativ eine deutlich sichtbare und markierte Einmündung auf die Straße vor der Ampel
  • Durchgehender Radstreifen die gesamte Wasserburger Straße entlang.
  • Entfernung der Fussgängerinsel bei Radsport Schneider. Stattdessen Zebrastreifen oder Fussgängerampel.

Im nächsten Artikel fahre ich dann weiter Richtung Stadt.

Über Vorschläge und Diskussionsbeiträge in den Kommentaren würde ich mich freuen.

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3 Kommentare

  1. Die beschriebene Srecke an der Wasserburgerstr. bin ich heute am Sonntag wieder gefahren. Die Probleme kenne ich gut. Da ich nach Hause in die Nähe des Krankenhauses will, überquere ich am Friedhof immer gleich die Straße. Ich habe auch 2 bilder dazu gemacht, weiß aber nicht wie ich es einfügen kann. Durch die Insel fühle ich mich da auch recht sicher. Die Straße ist dort ja recht breit
    Der „Beschleunigungsstreifen“ stört mich auch beim Auto fahren. Immerhin biege ich ja nicht auf eine Autobahn ein. Glücklicherweise! Ohne den würde ich mich im Auto wohler fühlen.

    Ich fahre dann durch das Gewerbegebiet und biege dann ins Wohngebiet entlang des ehemaligen Telekom-Gebäudes / Monessori-Schule ab

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